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Armutsbericht zeigt: Armutsbekämpfung muss oben auf die politische Agenda!

Laut dem gestern veröffentlichten Armutsbericht 2025 des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist die Armutsquote in Deutschland von 2023 auf 2024 um 1,1 Prozentpunkte gestiegen. Besonders betroffen ist das Land Bremen, hier ist die Armutsquote um 4,4 Prozentpunkte auf 25,9 Prozent gestiegen.

Sofia Leonidakis, Vorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Bremischen Bürgerschaft, merkt dazu an: „Dass das Land Bremen mit seinen zwei Städten die Negativliste der Armutsbetroffenen Bundesländer anführt, ist vor allem eins: Tragisch für die armutsbetroffenen Menschen. Dass jede vierte Person in Bremen und Bremerhaven dazuzählt, ist sozial desaströs. Menschen, die in Armut leben, haben ein höheres Gesundheitsrisiko, geringere Bildungschancen und sogar eine niedrigere Lebenserwartung. Als Linke verfolgen wir daher seit Jahren den Ansatz, Bildungsgerechtigkeit auszubauen durch bessere Ausstattung von Schulen in armutsbetroffenen Lagen, quartiersbezogene Gesundheitspolitik oder die Förderung von Anlaufstellen für benachteiligte Menschen. So können Armutsfolgen aber nur abgemildert werden. Einen geschlechtergerechten Arbeitsmarkt, gute Löhne und Begrenzung von Inflation und Mietsteigerungen können wir hier nur sehr bedingt beeinflussen“, so Leonidakis.

„Die großen Stellschrauben liegen auf Bundesebene – und werden nicht gedreht. Die Mietpreisbremse wurde zwar um zwei Jahre verlängert, hat aber schon in der Vergangenheit nicht ausgereicht, um in Großstädten die Explosion der Mieten zu verhindern. Vor Ort unterstützen wir Mieter*innen, die von Wuchermieten betroffen sind, richtig effektiv gegen Mieterhöhungen wäre aber ein Mietendeckel auf Bundesebene.
Die Kindegrundsicherung wäre ein gutes Instrument, um die hohe Armutsquote bei Alleinerziehenden und kinderreichen Familien zu verringern. Entsprechende Ampel-Pläne sind gescheitert und Schwarz-Rot hat solche Pläne nicht einmal – absehbar wird Familienarmut somit nicht sinken – im Gegenteil: Mehr Sanktionen in der Grundsicherung werden zu mehr und krasserer Armut, zu humanitären Härten bis hin zu Wohnungsverlusten führen.
Erschwerend kommt hinzu, dass lokale Auffangnetze wegbrechen. Die Bundesagentur für Arbeit zieht sich aus sozialer Beschäftigung zurück, das ESF-Geld ist vorzeitig aufgebraucht und Sozialleistungen stehen auf dem Prüfstand. Mein Eindruck ist: die Bundesrepublik muss noch begreifen, dass Sozialabbau ungerecht und nicht rechtfertigbar ist in Zeiten, wo Milliarden für Rüstung bereitstehen. Er ist auch Wasser auf die Mühlen der Rechten. Studien haben gezeigt: wenn die Miete um einen Euro steigt, steigt die Zustimmung zur AfD um 4 Prozentpunkte. Armut ist nicht nur ein Armutszeugnis für eine reiche Gesellschaft, ein Verteilungsversagen und ein massives Problem für die Betroffenen, sondern auch eine Gefahr für die Demokratie. Armutsbekämpfung muss deshalb ganz oben auf die politische Agenda!“, so Leonidakis abschließend.

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