8. März: Der Kampf für Entgeltgleichheit geht weiter!
Zum feministischen Kampftag am 8. März sowie zum morgigen Equal Pay Day erklärt Cindi Tuncel, gleichstellungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke: „Trotz des leichten Rückgangs der Lohnlücke in Bremen ist klar: Gleichberechtigung haben wir noch lange nicht erreicht. Wir müssen weiter für gerechte Entlohnung kämpfen! In diesem Jahr fällt der Equal Pay Day auf den 7. März. Bis dahin arbeiten Frauen praktisch unbezahlt, während ihre männlichen Kollegen bereits bezahlt werden. Das ist nicht akzeptabel!“
Laut dem Statistischen Landesamt Bremen betrug die Lohnlücke im Land Bremen 2024 17 Prozent, leicht über dem Bundesdurchschnitt von 16 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr (19 Prozent) ist der Wert zwar gesunken, doch die Entgeltungleichheit bleibt ein großes Thema. Die Gründe für diese Lohnlücke sind bekannt: Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit und in schlechter bezahlten Berufen wie der Pflege, der Kinderbetreuung oder dem Einzelhandel. Zudem sind sie seltener in Führungspositionen. Sogar in vergleichbaren Beschäftigungsverhältnissen verdienten Frauen in 2024 in Bremen zudem drei Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.
„Mit der Bremer Landesstrategie für Gendergerechtigkeit und Entgeltgleichheit haben wir 2022 einen wichtigen Schritt gemacht“, so Tuncel. „Viele der im damals links-geführten Arbeitsressort entwickelten Maßnahmen werden derzeit umgesetzt. Das sind beispielsweise Initiativen zur Förderung von Frauen in Führungspositionen und Projekte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in frauendominierten Berufen wie der Pflege.
Der Ausbau der Kindertagesbetreuung muss jedoch schneller vorankommen. Mehr Fachpersonal bekommt man allerdings nur mit attraktiven Arbeitsbedingungen und Löhnen. Daher unterstützen wir ausdrücklich die Streiks der Beschäftigten in Bremer Kitas und bei der GeNo!“
Sofia Leonidakis, Vorsitzende der Linksfraktion, ergänzt: „Wie viel durch solche Streiks erreicht werden kann, zeigt uns Island: 1975 legten dort 90 Prozent der Frauen für einen Tag die Arbeit nieder, ein Jahr später wurden erste Gesetze zur Gleichstellung verabschiedet. Heute ist Island das Land mit der weltweit geringsten Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen. Was wir von Island in Bremen lernen können, wollen wir am 23. März im Rahmen einer Veranstaltung in Bremen diskutieren. Der feministische Kampf für Gleichberechtigung und Entgeltgleichheit geht weiter. Wir haben noch viel zu tun!“
Save the date: Am Sonntag, den 23. März, ab 15 Uhr im KLUB DIALOG lädt die Linksfraktion ein zu einer Diskussionsveranstaltung mit Brynhildur Heidar- og Ómarsdóttir (Icelandic Women’s Rights Association), Claudia Bernhard (Frauensenatorin Bremen) und Miriam Bömer (DGB-Gewerkschaftssekretärin). Dabei soll es um die Erfahrungen in Island für die Gleichstellung der Geschlechter gehen und wie sich diese auf Bremen übertragen lassen.

