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Zum Ende des 9-Euro-Tickets: Mit der Ampel geht keine Mobilitätswende!

Am heutigen Mittwoch läuft das 9-Euro-Ticket ohne Anschlusslösung aus. Erwartet wird, dass bundesweit Verkehrsverbünde die Fahrpreise im Herbst erhöhen.

Sofia Leonidakis, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, kritisiert das Ende des vergünstigten Tickets: „Wie kann man nur so eine gute Regelung wie das 9-Euro-Ticket auslaufen lassen? Die Politik der Ampel ist hier einfach unverständlich. Was Bundesfinanzminister Lindner abfällig unter Gratismentalität verbucht, hat schließlich sehr positive Effekte auf die Mobilität in Deutschland. Endlich konnten sich viele Menschen den Nah- und Fernverkehr leisten. Das 9-Euro-Ticket war ein Kundenmagnet und ist geeignet, einen echten Beitrag zur sozialen Verkehrswende zu leisten.“

Der ÖPNV hat bundesweit neue Nutzer*innen für sich gewonnen, mehr Menschen sind Zug gefahren, etwa 10 Prozent der Bahnfahrten haben Autofahrten ersetzt, der Autoverkehr hat sich verringert, es gab weniger Staus. Die CO2-Ersparnis der vergangenen drei Monate vergleicht der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mit einem Jahr Tempolimit auf deutschen Straßen.

„Wir brauchen auch weiterhin günstige und klimafreundlichere Mobilität für alle Menschen“, sagt Leonidakis. „Der Kassenschlager 9-Euro-Ticket sollte verlängert werden. Es ist peinlich, dass der Bund seine Hausaufgaben nicht gemacht hat und bis heute keine Anschlusslösung für das günstige Ticket hat. Jetzt drohen vielen Verkehrsverbünden Ticketpreiserhöhungen. Dieser Zickzack-Kurs der Ampel ist nicht nachvollziehbar und könnte den Umstiegseffekt des 9-Euro-Tickets untergraben. Außerdem brauchen wir einen massiven Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.“

Für Bremen sei der nächste der Schritt, Ticketpreiserhöhungen zu verhindern, erklärt die Fraktionsvorsitzende: „Inflation und steigende Energiepreise gehen am Bremer ÖPNV selbstverständlich nicht spurlos vorbei. Doch die Folge einer Entlastung für Bürger*innen durch das 9-Euro-Ticket darf nicht sein, dass Ticketpreise danach in die Höhe klettern. Wir fordern den Bund auf, Anschlusslösungen vorzulegen. In Bremen ist das Ziel klar: Der ÖPNV muss günstiger und langfristig ticketlos sein.“