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8. März: Sorgearbeit endlich anerkennen!

Am kommenden Montag finden anlässlich des Internationalen Frauen*kampftags zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen in Bremen statt.

Sofia Leonidakis, Vorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, begrüßt das Engagement der Bremer:innen und ruft zur Teilnahme an den Aktionen am 8. März auf: „Die Coronakrise hat die Lage vieler Frauen* weiter verschärft: Frauen* haben einen Großteil der Pandemiebekämpfung geschultert – sei es durch die Kinderbetreuung während der Kita- und Schulschließungen, sei es in den systemrelevanten Bereichen: an der Supermarktkasse, auf den Klinikstationen, als Hygiene- und Reinigungskräfte, Erzieherinnen und Lehrkräfte, in der Jugend- und Sozialarbeit. Diese Berufe sind nicht nur schlecht bezahlt, sondern auch einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt. Sie verdienen nicht nur Applaus und Anerkennung, sondern eine grundsätzliche Aufwertung ihrer Arbeitsbedingungen. Auch in anderen Bereichen müssen Diskriminierungen abgebaut werden: Es braucht eine bedarfsgerechte und existenzsichernde Geburtshilfe für die Gebärenden und Geburtshelferinnen. Und wir fordern Geburtsurkunden für die Babys schwarzer Frauen in Bremen.“

Maja Tegeler, frauen*- und queerpolitische Sprecherin der Linksfraktion, kritisiert die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit: „Es macht uns wütend, dass wir noch immer, im Jahr 2021, die Anerkennung von Care-Arbeit fordern müssen! Die Betreuung und Erziehung von Kindern sowie die Pflege von Angehörigen sind eben kein netter Zeitvertreib, sondern lebensnotwendig für die Einzelnen und letztlich auch die Gesellschaft. Dafür müssen Männer mehr Care-Arbeit leisten, Arbeitgeber:innen müssen die Bedarfe von Sorgearbeit stärker berücksichtigen.“

Tegeler zeigt sich beunruhigt angesichts wachsender Gewalt gegen Frauen* in der Pandemie: „Weltweit hat die Zahl der Anrufe von Frauen* bei Hilfehotlines stark zugenommen – ein Indiz für die gewachsene geschlechtsspezifische Gewalt, die viele Frauen* sogar das Leben kostet. Immerhin widmen mittlerweile Politik und Medien Femiziden sowie Gewalt gegen Frauen* mehr Aufmerksamkeit – eine Errungenschaft unermüdlich kämpfender Aktivist:innen. Doch es braucht mehr! Was genau, das fordern zahlreiche Frauen* bundesweit jeden Tag. Ihnen müssen wir zuhören, sie müssen wir in Entscheidungspositionen und in die Parlamente holen. Für echte Selbstbestimmung und gegen das Patriarchat!“