Strafmündigkeit auf 12 Jahre herabsetzen?

In der Rubrik "Pro & Contra" des Weser Reports äußern sich verschiedene Politiker*innen beziehungsweise Vertreter*innen von Institutionen und Verbänden zu aktuellen Themen. Aktuell geht es um um die Frage nach der Herabsetzung der Strafmündigkeit auf 12 Jahre. Tim Sültenfuß bezieht im Weser Report für die Linke Stellung:

Sollte die Strafmündigkeit auf 12 Jahre herabgesetzt werden?

„Nein! Die Strafmündigkeit von Kindern von bisher 14 auf 12 Jahre herabzusetzen, verhindert keine einzige Straftat. Anstatt sie ins Gefängnis zu stecken und ihre Zukunftsperspektiven zu zerstören, braucht es pädagogische Hilfe und mehr Präventionsangebote für junge Menschen, wie die offene Kinder- und Jugendarbeit. Die Herabsetzung der Strafmündigkeit ist eine populistische Forderung von CSU, CDU und AfD, für die es keine wissenschaftlich fundierten Argumente gibt. Außerdem können schon jetzt Jugendämter und Familiengerichte auf die Taten Strafunmündiger reagieren – dabei steht im Mittelpunkt, wie für Kinder ein straffreies Leben möglich sein kann. Zu suggerieren, man könne Jugendkriminalität durch einen simplen Federstrich im Strafgesetzbuch verhindern, ist Populismus zulasten von Minderjährigen.“