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Sofia Leonidakis

Senat veröffentlicht alarmierende Kita-Anmeldezahlen – LINKE fordert Kita-Konferenz

Der Senat hat am Mittwoch, einen Tag nach der Debatte zur Situation der Kitas, die neuen Anmeldezahlen für die Kindertagesstätten in der Stadtgemeinde Bremen veröffentlicht. Nach diesem so genannten Statusbericht I fehlen stadtweit zum aktuellen Zeitpunkt 586 Krippenplätze, 1.262 Plätze für 3-6jährige Kinder und 293 Hortplätze. Damit liegt die Anzahl der unversorgten Kinder noch über denen des letzten Statusberichts aus dem vergangenen Jahr. Besonders dramatisch ist der Platzmangel in Blumenthal, Vegesack, Huchting, Vahr, Burglesum, Obervieland und Hemelingen, wo teilweise mehrere Hundert Plätze fehlen. Allerdings enthält der Statusbericht I noch Doppelanmeldungen von 426 Kindern auf 824 Plätze, so dass sich die Unterversorgung nochmal um einige Hundert Plätze reduzieren könnte.

„Über zweitausend fehlende Kitaplätze in Bremen sind eine Katastrophe“, stellt Sofia Leonidakis, kinderpolitische Sprecherin der Linksfraktion, mit Entsetzen fest. „Die Unterversorgung variiert je nach Stadtteil und ist am schlimmsten in den ärmeren Stadtgebieten. Dort stehen besonders viele Kinder und Eltern ohne Betreuungsplatz da. Die Unterversorgung der benachteiligten Stadtteile ist sozial ungerecht und zeigt, dass die Menschen dort nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch vom Senat beim Kitaplatzausbau benachteiligt werden.“

„Der Statusbericht heißt: Alarmstufe Rot. Wir fordern vom Senat sofortiges Handeln, um die Unterversorgung zu beseitigen. Dazu braucht es mehr Personal und mehr Räume für Kindertagesstätten. In beiden Bereichen tut der Senat längst nichts alles, was er könnte. Die Höhergruppierung der Erzieher*innen, die wir schon im vergangenen Juni vorgeschlagen haben, um Fachkräfte zu gewinnen, dauert viel zu lange und ist noch immer nicht umgesetzt. Gleiches gilt für Flächen und Gebäude. In Huchting beispielsweise hat der Ortsamtsleiter auf eine zum Verkauf stehende Fläche hingewiesen, die die Behörde aber 'derzeit nicht' kaufen möchte. Es gab von uns und aus den Stadtteilen zahlreiche weitere Vorschläge und Initiativen, die der Senat nicht aufgreift. Die Zeit, die der Senat sich lässt, haben die Kinder, Eltern und Beschäftigten nicht. Es braucht jetzt entschiedenes politisches Handeln, um mit vereinten Kräften weitere Plätze zu schaffen. Wir fordern deshalb die Einberufung einer ressortübergreifenden Kitakonferenz mit den Beiräten, Ortsämtern, Eltern- und Beschäftigtenvertreter*innen, um weitere kurzfristige Lösungen gegen die akute Kitakrise zu finden“, so Leonidakis abschließend. Dies könnten zum Beispiel leerstehende Immobilien oder weitere Personalaquisemaßnahmen sein.

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