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Steigende Altersarmut in Bremen und Bremerhaven bekämpfen

Gestern stellte der DGB Bremen den Rentenreport 2020 vor. Diesem kann entnommen werden, dass 75 Prozent der Rentnerinnen und 47 Prozent der Rentner, die 2018 erstmals eine Rente bezogen, eine Rente unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle von 1.035 Euro erhielten. Frauen sind zudem besonders von Altersarmut betroffen: 20 Prozent der Neurentnerinnen erhalten Renten unter 300 Euro. In Bremen hat sich die Armutsgefährdungsquote der Rentner*innen in den letzten Jahren deutlich erhöht, von 10,6 Prozent (2008) auf 16,6 Prozent (2018), ein Anstieg von rund 57 Prozent.

Sofia Leonidakis, Vorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, ist angesichts dieser Zahlen besorgt: „Die steigende Altersarmut ist dramatisch – für jede betroffene Person, aber auch für die Gesellschaft. Wenn eine reiche Gesellschaft wie die hiesige es nicht schafft, ein Altern in Würde zu ermöglichen und Altersarmut zu beseitigen bei gleichzeitig stetig wachsendem Wohlstand, dann ist das ein Armutszeugnis. Niedrige Löhne und prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind der Hauptgrund für zu geringe Renten. Davon sind insbesondere Frauen betroffen, die aufgrund ihrer Verantwortung für Sorgearbeit, Kindererziehung und Pflege häufig weniger erwerbstätig sind, öfter ihre Erwerbsarbeit unterbrechen und zudem generelle Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt erfahren. Dazu kommt, dass Frauen wesentlich häufiger in gesellschaftlich wichtigen, jedoch wenig anerkannten und schlecht bezahlten Berufen wie etwa dem Pflegebereich arbeiten. Dieser Entwicklung muss die Politik etwas entgegensetzen. Wir brauchen neben der Erhöhung des Rentenniveaus und der Löhne eine effektive Bekämpfung der prekären Arbeitsverhältnisse. Der bundesweite Mindestlohn muss so erhöht werden, dass er im Ruhestand eine armutsfeste Rente gewährleistet und frauenpolitische Strategien müssen weiter in den Blick genommen werden. Die Altersarmut führt auch dazu, dass Senior*innen sich bei Pflegebedürftigkeit in Zeiten eines weitgehend ökonomisierten Pflegesektors keine Zuzahlungen leisten können. Wir haben eine Pflege erster und zweiter Klasse, hier gilt es, gewinnorientierte Pflegekonzerne zurückzudrängen und eine Pflegeversicherung einzuführen, die ein Altern in Würde für Alle sicherstellt.“


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