29. August 2018

LINKE zu Bertelsmann-Studie: Nicht nur auf Durchschnitte schauen

Vor dem Hintergrund der geplanten Einführung eines bundesweiten Gesetzes zur Kita-Qualität hat die Bertelsmann-Stiftung heute eine neue Studie zur Betreuungsqualität und Finanzbedarfen der Bundesländer vorgelegt. Im Bundesländervergleich wird Bremen die zweitbeste Qualität bescheinigt und als einzigem Bundesland keine Finanzierungslücke zur Qualitätsverbesserung attestiert.

„Laut den Ergebnissen der Studie erscheint die Situation in Bremen auf den ersten Blick rosig. Bevor man sich auf die Schulter klopft lohnt sich aber ein zweiter Blick. Die Studie geht von der durchschnittlichen Personalausstattung in den Krippen und Kitas in Bremen und Bremerhaven aus. Die unterschiedliche Lage in den einzelnen Stadtteilen kommt so nicht zutage. Wir haben aber deutliche Unterschiede im Personalbedarf je nach Stadtteile: Dort, wo wir über 50 Prozent Kinderarmut haben oder wo die Mehrzahl der Kinder mit einer anderen Muttersprache in die Kita kommt gibt es höhere Personalbedarfe, die derzeit noch nicht gedeckt sind. Durchschnitte werden dem nicht gerecht und bergen das Risiko, eine Situation pauschal zu bewerten und unterschiedliche Bedarfe zu vertuschen. Die Bertelsmann-Studie spricht im Elementarbereich von lediglich 14 notwendigen zusätzlichen Stellen zur Erreichung einer angemessenen Qualität. Diese Zahl erscheint mir - wenn man sich die Situation in einigen Stadtteilen vor Augen führt - gelinde gesagt gewagt, denn aus meiner Sicht braucht es dort einen gezielten Einsatz von deutlich mehr Personal, um unterschiedliche soziale Ausgangslagen auszugleichen. Gleiches gilt für den Personaleinsatz zur Inklusion in der frühkindlichen Bildung. Vom Personalbedarf für den weiterhin notwendigen Kita-Ausbau ganz zu schweigen. Es gibt also keinerlei Anlass zum Zurücklehnen", so Sofia Leonidakis, kinderpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft.