22. November 2017

Kein Grund zum Jubeln beim KiTa-Ausbau: Nach wie vor Hunderte Kinder unversorgt

Die Senatorin für Kinder und Bildung hat gestern (21.11.17) vermeldet, dass momentan stadtweit 313 KiTa-Plätze frei seien, weiterhin in einzelnen Stadtteilen Bedarf bestünde, aber der Ausbau auf Hochtouren liefe.

„Die Erfolgsmeldung der Senatorin zeichnet mal wieder ein ziemlich schräges Bild in Sachen KiTa-Versorgung. Eine hundertprozentige Auslastung aller Gruppen kann es gar nicht geben, es kommt immer vor, dass über die Stadt verteilt einzelne Plätze frei sind. Weil aber Angebot und Nachfrage nicht stadtteilgenau zusammenpassen, sind je nach Lesart zwischen 808 und 396 Kinder in der Stadtgemeinde unversorgt. Auch die noch in diesem Jahr zusätzlich geplanten 335 zusätzlichen Plätze werden diese Kinder nicht vollständig versorgen können. Bremen befindet sich noch immer in einem Zustand gebrochener Rechtsansprüche - einen Grund zum Jubeln gibt es so definitiv nicht", fasst Sofia Leonidakis, kinderpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, den Zustand in der Stadtgemeinde Bremen zusammen.

„Eine besonders große Lücke klafft in Blumenthal, insgesamt ist der Platzmangel in benachteiligten Stadtteilen mit einem hohen Anteil an Kinderarmut, Sprach- und Förderbedarf besonders groß. Dort arbeiten sowohl die Erzieher*innen als auch die Einrichtungsleitungen schon jetzt am absoluten Limit. Um dem Bedarf gerecht zu werden, müsste der Senat ausgerechnet dort auf die eigens beschlossene Gruppenvergrößerung zurückgreifen und würde damit das Fass endgültig zum Überlaufen bringen. Denn schon jetzt können einzelne Gruppen nicht eröffnet werden, weil das Personal dafür fehlt. Mit Gruppenvergrößerungen wird der Senat reihenweise vor leeren Räumen stehen, weil die Fachkräfte das aus guten Gründen nicht mitmachen werden. Statt Verschlechterung der Arbeitsbedingungen muss endlich eine Aufwertung her. Eine Höhergruppierung haben andere Städte wie Hannover auch gemacht, und sie ist in Bremen dringend nötig, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Außerdem muss die Stadt im KiTa-Ausbau endlich selbst aus dem Quark kommen. Bisher macht sie sich einen weitgehend schlanken Fuß und überlässt den Ausbau freien Trägern und privaten Investoren. In diesem Jahr hat der stadteigene KiTa-Träger von 19 Ausbauentscheidungen in diesem Jahr lediglich den Zuschlag für einen einzigen Standort erhalten, von einem ausgewogenen Ausbau kann man da nicht mehr sprechen. Immobilien Bremen muss in die Lage versetzt werden, mehr Einrichtungen selbst zu bauen", so Leonidakis abschließend.