8. Oktober 2018

Flaggenentzug für Aquarius 2: Bremen muss jetzt handeln

Bereits 2016 verließ das bremische Schiff Aquarius 2 das Festland und machte sich auf ins Mittelmeer, um die „humanitäre Verpflichtung“ zu erfüllen, „diejenigen zu schützen, die auf der Flucht sind“, wie der Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) vor über zwei Jahren sagte. Nun wurde diesem Schiff die Flagge von Panama auf Druck Italiens entzogen, um sein Auslaufen zu verhindern.

„Damit erreicht die Seenotrettung einen neuen Tiefpunkt, den wir nicht lautlos hinnehmen können", kommentiert Sofia Leonidakis anlässlich der heute von den Organisationen SOS Méditerranée, Seebrücke Bremen und Jasmund Shipping durchgeführten Pressekonferenz. „Es geht hier nicht um einen Flaggenstreit, sondern darum, dass es unmöglich gemacht wird, Menschenleben zu retten. Tote werden wissentlich und willentlich in Kauf genommen. Das ist unerträglich, deswegen fordern wir den Bremer Senat auf, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, damit die Aquarius schnell und unbürokratisch eine neue, gegebenenfalls auch die deutsche, Flagge bekommt und auslaufen kann“, meint die fluchtpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft.  

„Auf Initiative der Linksfraktion hat die Bremische Bürgerschaft im August 2018 einen von den Fraktionen von SPD, Grünen und LINKEN getragenen Antrag beschlossen, mit dem die Kriminalisierung der Seenotrettung verurteilt und Bremen zum sicheren Hafen gemacht wird. Dem müssen jetzt auch Taten folgen. Wenn Bremen wirklich ein sicherer Hafen sein möchte, dann muss Bremen auch dafür kämpfen, dass das Team der Aquarius wieder Leben retten kann. Das große Engagement der zivilen Seenotretter*innen und die enorme Bedeutung für die Menschen in Seenot müssen wir tatkräftig unterstützen“, so Leonidakis. „Leben retten darf nicht behindert werden!“

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