18. September 2018

Bremer Erklärung ist Meilenstein – Flächendeckende Aufwertung muss folgen

Am heutigen Dienstag haben die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Senat die Bremer Erklärung ‚Gute Arbeit in Kitas‘ unterzeichnet.

Sofia Leonidakis, kinderpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE freut sich über die Unterzeichnung der Erklärung: „Diese Erklärung ist ein Meilenstein in der Bremischen Kita-Entwicklung und beruht auf einem sehr langen Kampf um bessere Bedingungen in den Bremer Kindergärten. Es zeigt, dass das Problem nun endlich auch beim Senat angekommen ist. Noch vor einem Jahr gab der Senat auf unsere Anfrage einen rechnerischen Personalüberhang bis 2020 an, was im krassen Unterschied zu den Erfahrungen des letzten Jahres steht. Denn es konnten bereits neu errichtete Gruppen nicht eröffnen, weil die Erzieher*innen dafür fehlten. Es gab im Winter Notdienste ohne Ende, weil keine Vertretungskräfte verfügbar waren und auch jetzt noch sind über 100 Stellen in Bremen unbesetzt. Der Personalmangel bedroht den dringend nötigen Kita-Ausbau, denn nach wie vor sind in Bremen-Stadt 587 Kinder unversorgt. Deswegen fordern wir schon seit Langem, dem schnell und entschieden entgegenzuwirken. Unseren Antrag, die Erzieher und Erzieherinnen nach Tarifgruppe SuE 8b zu bezahlen, hat die Koalition im Sommer abgelehnt. Dass nun ein stufenweiser Einstieg in die Bezahlung nach 8b vereinbart wurde begrüßen wir im Grundsatz, denn damit kommt der Senat der Forderung der Beschäftigten, Gewerkschaften, Eltern und uns LINKEN entgegen. Damit werden endlich die steigenden Anforderungen anerkannt, die aus sozialer Spaltung, Armutslagen, Bildungsfunktion, Inklusion, Integration, Elternarbeit und Stadtteilvernetzung entstehen. Offen bleibt aber, wie viele Erzieher*innen höhergruppiert werden, wann das geschieht und bis wann eine Aufwertung aller Ausbildungsgänge und aller Erzieher*innenstellen stattfindet. Perspektivisch bleibt weiter notwendig, allen Auszubildenden eine Ausbildungsvergütung zu bezahlen und alle Erzieher*innenstellen aufzuwerten. Nur so kann die Attraktivität des Erzieher*innenberufes grundlegend gesteigert und dem massiven Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. Wir werden dem Senat weiter Dampf machen, um schnellstmöglich zu einer flächendeckenden Aufwertung zu kommen, im Sinne der Beschäftigten, der Eltern und der Kinder.“


Die Antwort auf die Große Anfrage der LINKEN ‚Erzieherinnen/Erzieher gesucht - Bedarf an pädagogischen Fachkräften‘ vom Juni 2017 findet sich hier. Darin gibt der Senat an, dass bis zum Jahr 2020 insgesamt 1.984 benötigt werden und 2.013 angehende Erzieher*innen ihre Ausbildung abschließen werden:

Der Antrag ‚Erzieherinnen/Erzieher verzweifelt gesucht - Fachkräfte sichern, Attraktivität steigern - Arbeitsbedingungen jetzt verbessern‘ findet sich hier.