27. März 2016

Zwischen Regelsystem und geschlossener Einrichtung: Welche Angebote bietet die Bremer Jugendhilfe für junge Menschen mit besonderen Bedarfen?

Foto: lichtkunst.73 / pixelio.de

Viele der jungen Menschen, seien sie geflüchtet oder im Bundesland Bremen aufgewachsen, die als „verhaltensauffällig“ beschrieben werden, sind in belastenden Kontexten aufgewachsen und in eine soziale Umgebung eingebettet, die für sie nicht förderlich ist.

Meist lernen diese Jugendlichen Überlebensstrategien, um
in ihrer Umgebung zu "funktionieren". Sie eignen sich Verhaltensmuster an, mit denen sie in ihrer Umwelt bestehen können.

Wenn junge Menschen Gewalt gegen sich selbst oder andere ausüben, sich aggressiv oder respektlos verhalten oder Suchtprobleme haben, ist es Aufgabe der Jugendhilfe und kooperierender Bildungs- und Gesundheitsinstitutionen, aufbauend auf einer guten Diagnostik adäquate Angebote zu schaffen.

Oft lassen sich Verhaltensauffälligkeiten auch zurückführen auf ein Aufwachsen in problembelasteten Verhältnissen, deren Alltag bereits in frühester Kindheit z.B. durch Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung oder Beziehungsabbrüche geprägt ist. Bei geflüchteten Jugendlichen kommen traumatische Erfahrungen auf der Flucht oder im Herkunftsland hinzu.

Manche junge Menschen verarbeiten derart traumatische Erlebnisse, indem sie ihre Verhaltensweisen an das Erlebte anpassen. Schnell wird in diesen Fällen darauf hingewiesen, dass solch delinquente und aggressive junge Menschen mit den bestehenden Angeboten der Jugendhilfe nicht erreicht werden könnten, sie sogenannte „Systemsprenger“ wären. Bevor also nach einer geschlossenen Unterkunft (GU) als Ultimo Ratio gerufen wird, sollte zuvor ermittelt werden, wie die Bedarfe gelagert sind, ob entsprechend bedarfsgerechte Angebote in Bremen existieren und wo folglich ein Ausbaubedarf an Angeboten besteht, die den individuellen Lebensläufen, dem Schutz, der Förderung und der Beteiligung dieser jungen Menschen Rechnung tragen.

DIE LINKE hat eine Kleine Anfrage eingereicht. Der Senat soll unter anderem mitteilen, wie sich die Angebote im Bereich der präventiven und aufsuchenden Straßensozialarbeit in den vergangenen fünf Jahren im Land Bremen entwickelt haben.

Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den kompletten Fragenkatalog einsehen möchten.