15. April 2016

Für alleinerziehende Eltern bedarfsgerechte Kinderbetreuungsangebote schaffen

Foto: Helene Souza / pixelio.de

Ein Drittel aller einkommensarmen Kinder und Jugendlichen lebt in Alleinerziehenden-Haushalten.

28 000 Menschen im Land Bremen sind alleinerziehend, 18 000 von ihnen mit minderjährigen Kindern. Zu über 90 Prozent werden diese Haushalte von alleinerziehenden Müttern geführt.

Fast 9 500 davon beziehen SGB-II-Leistungen. Die Situation Alleinerziehender im Land Bremen ist im Ländervergleich besonders schlecht.

56 Prozent aller Alleinerziehenden-Haushalte im Land Bremen sind im SGB-II-Bezug; das ist eine erheblich höhere Quote als in den anderen Stadtstaaten (Berlin: 47 und Hamburg: 41 Prozent).

Neben unzureichenden arbeitsmarktpolitischen Angeboten fehlen insbesondere adäquate Kinderbetreuungsangebote. Die Kinderbetreuung in der Stadtgemeinde Bremen muss ohne Zweifel an die Bedarfe von Alleinerziehenden angepasst werden. Gleichzeitig kann es aber nicht alleinige Anforderung an die Familien und Betreuungsangebote sein, die existenzsichernde Teilhabe Alleinerziehender am Erwerbsleben zu ermöglichen. Auch die Arbeitswelt muss stärker auf die Bedarfe von Ein-Eltern-Familien eingehen.

Neben den notwendigen Verbesserungen im Lohngefüge sollte daher ein umfänglicher gesetzlicher Anspruch auf Berücksichtigung der Familiensituation bei der Lage der Arbeitszeit im Arbeitszeitgesetz eingeführt werden. Bisher gilt ein gesetzlicher Anspruch auf Berücksichtigung der Familiensituation lediglich bei Nachtarbeitnehmer*innen.

DIE LINKE hat einen Antrag erarbeitet, mit dem die zuständige Senatorin unter anderem aufgefordert werden soll, bei Anmeldungen von Kindern Alleinerziehender in der Kindertagesbetreuung auf die Bedarfsprüfung zu verzichten und auch für Grundschulkinder einen Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung einzuführen.

Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den kompletten Antragstext einsehen möchten.

Zu diesem Thema führt DIE LINKE am 27. April 2016 eine Veranstaltung durch. MEHR